Wie verhalte ich mich, wenn mein Arbeitsverhältnis gekündigt wird?

 

1) Fristlose Kündigung

Für die meisten Menschen in unserem Land ist das Arbeitsverhältnis ihre Existenzgrundlage. Diese gerät in Gefahr, wenn – oft überraschend – die Kündigung erklärt wird.

Besonders schwere Folgen hat es, wenn der Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung erhält. Eine solche hat in der Regel zur Folge, dass zunächst weder Arbeitslosengeld noch Bezüge vom JobCenter gezahlt werden, da man dort bis auf Weiteres davon ausgeht, dass die Kündigung selbst verschuldet war.

In einem solchen Fall sollte man unbedingt eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Diese muss in der Regel innerhalb einer Frist von drei Wochen nach Zustellung der Kündigung beim Arbeitsgericht eingehen.

Wenn im Klageverfahren die Kündigung nicht für rechtswidrig erklärt wird, so kann man doch oft erreichen, dass diese jedenfalls in eine fristgemäße Kündigung umgewandelt wird.

Dies führt dann dazu, dass keine Sperrfrist verhängt wird und Arbeitslosengeld oder Bezüge vom JobCenter ohne Weiteres bezogen werden können.

In vielen Fällen kann man im Wege eines Vergleiches auch noch eine Abfindung aushandeln.

 

2) Fristgemäße Kündigung

Dies gilt auch, wenn man mit einer Kündigungsschutzklage eine ordentliche Kündigung angreift.

Unabhängig davon, ob es sich um eine personen- oder betriebsbedingte Kündigung handelt, muss der Arbeitgeber beweisen, dass die Voraussetzungen für eine solche Kündigung vorliegen.

Um die Kündigung anzugreifen, muss natürlich auch hier innerhalb der oben dargestellten Drei-Wochen-Frist eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht eingehen.

Abgesehen davon, dass der Arbeitgeber die Beweislast für das Vorliegen der von ihm angegebenen Gründe trägt, muss die Kündigung auch sozial gerechtfertigt sein, wenn das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist.

Auf Grund der Vielzahl von Hürden, die ein Arbeitgeber für eine ordentliche Kündigung zu überwinden hat, haben Arbeitnehmer in der Regel gute Erfolgschancen, wenn sie gegen die Kündigung schnell, d. h. fristgemäß, vorgehen.

Dabei ist es hilfreich, sich an einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu wenden, da die Argumentation vor dem Arbeitsgericht für einen Rechtslaien nicht immer einfach ist.

 

3) Rechtsschutzversicherung oder Prozesskostenhilfe

Verfügt der Arbeitnehmer nicht über eine Rechtsschutzversicherung, was im gerichtlichen Verfahren ideal ist, so bewilligen die Arbeitsgerichte, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen dafür vorliegen, für Kündigungsschutzklagen recht großzügig Prozesskostenhilfe.

Da der Kläger durch die Kündigung zunächst seinen Arbeitsplatz und damit auch seine Einkünfte verloren hat, ist die Bedürftigkeit, eine Voraussetzung für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe ist, in der Regel schnell nachgewiesen.

 

Auch wenn wegen des durch die Kündigung aufgelösten schlechten Arbeitsklimas eigentlich kein Interesse mehr an dem Arbeitsplatz besteht, sollte man nicht davor zurückschrecken, dennoch innerhalb der Drei-Wochen-Frist eine Kündigungsschutzklage durch einen erfahrenen Rechtsanwalt erheben lassen.

 

Oft kann dann nämlich in der sogenannten Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht ein Vergleich ausgehandelt werden, der neben der Beendigung des Arbeitsverhältnisses auch die Zahlung einer angemessenen Abfindung vorsieht.

 

Jeder, der in seinem Briefkasten eine Kündigung vorfindet, sollte sich also möglichst schnell rechtlich beraten lassen, um seine Rechte effektiv wahrnehmen zu können.